Am 18. Oktober war es endlich so weit: Nach monatelanger Vorbereitung fand unser zweiter Fun Run durch das Fichtelgebirge statt. Irgendwie war es aber auch das erste „echte” Mal, denn im Vorjahr hatten wir das Ganze eher spontan unter Freunden gestartet. Dieses Mal wollten wir früher mit der Kommunikation beginnen und herausfinden, ob so ein Extrem-Lauf überhaupt bei den Leuten auf Interesse stößt.
Zu unserer positiven Überraschung war das Interesse riesig! Eine beachtliche Zahl an LäuferInnen meldeten sich, teils schon wenige Minuten nach der Bekanntmachung, per E-Mail an. Am Ende kam eine Gruppe von rund 40 Personen zusammen – gerade so viele, dass wir unser unabhängiges Konzept gut umsetzen konnten.

Alle laufen ihre persönliche Challenge
Die Teilnehmenden waren bunt gemischt: Erfahrene LäuferInnen trafen auf Amateure, die bisher maximal einen Halbmarathon gelaufen waren oder Trailrunning zum ersten Mal ausprobierten. Der Lauf war für alle ein persönliches Experiment: Wie viele Kilometer und Höhenmeter schafft man wirklich?
Wir versuchten, allen im Vorfeld Mut zu machen und gaben Tipps, führten Telefonate und spontane Gespräche – vor, während und nach dem Lauf. Die gemeinsame Herausforderung schuf sofort Verbundenheit.
Carbloading und Community
Am Vorabend trafen wir uns im Café Schwarzer Peter in Selb zur Pasta-Party, um die Glykogenspeicher aufzufüllen – und uns natürlich als Trailrunning-Gruppe besser kennenzulernen. Ich hatte eine Präsentation zu den Hintergründen unseres Vorhabens und der Route, die uns am Tag darauf bevorstand, vorbereitet. Die Tour nochmal so detailliert als 3D Visualisierung zu sehen, ließ die Vorfreude wachsen.
Außerdem statteten wir alle VorbestellerInnen mit ihren Team-Shirts aus. Wir waren begeistert, wie gut das Druckergebnis tatsächlich geworden ist, und dankbar für jede Unterstützung.
Ein großes Danke geht an das Team vom Schwarzen Peter für die Gastfreundschaft!

Früher Morgen am Kornberg
Nach einer kurzen Nacht fuhren wir um kurz vor 6 Uhr in der Dunkelheit zum Wanderparkplatz am Kornberghaus. Mein VW-Bus diente als improvisierte Rennzentrale – beladen mit 20 Kästen Getränken und Snacks für die ganze Bande. Ein paar Tropfen Regen begleiteten uns – zum Glück die letzten des Tages.

Langsam trudelten alle Teilnehmenden, voll ausgerüstet und bei eisigen Temperaturen, ein. Wir hatten Armbänder als Startnummern und Aufkleber für die Taschen mit Eigenverpflegung vorbereitet. Kurz vor 7 Uhr gab es das finale Briefing. Die Spannung war greifbar. Danach ging es los: Die Gruppe startete pünktlich in Richtung blau beleuchteter Skipiste – hinein in die Berge des Fichtelgebirges.
Goldener Herbst auf den Trails
Christian „Pocki” Pecher übernahm die Rolle des Pacers, doch bei so vielen Teilnehmenden bildeten sich schnell eigene Gruppen. Alle liefen im individuellen Tempo – völlig okay, wir waren als Support-Crew darauf vorbereitet.
Mit dem Sonnenaufgang zeigte sich: Wir hätten keinen besseren Tag wählen können. Wolkenloser Himmel, trockene Wege, goldenes Laub – pure Herbstidylle.

VP1: Frühstück auf 877 Metern
Wir, als Support-Crew, machten uns auf den Weg zum ersten von drei Verpflegungspunkten am Waldstein. Die ersten LäuferInnen trafen sogar etwas früher ein als erwartet. Innerhalb der nächsten Stunde war der Platz voller Leben – super Stimmung, alle fit, 23 km geschafft!

VP2: Müde Beine, starke Köpfe
Unser nächster Stopp war der Parkplatz Seehaus – für uns nur eine kurze Fahrt, für die Teilnehmenden weitere 15 km. Nach 38 km zeigten sich erste Ermüdungserscheinungen: schmerzende Muskeln, steife Gelenke. Trotzdem war die Motivation enorm.

An diesem Punkt beschlossen allerdings fünf Teilnehmende ihre Tour zu beenden. Als Erinnerungsstück erhielten sie einen unserer FichtelUltra Steine – von Hand mit unserem Logo graviert, aus dem Silberbach bei Tröstau.

VP3: Kuchen, Musik und Durchhaltewille
Bis zum letzten VP Silberhaus lagen nochmal 15 km. Für die Teilnehmenden war unsere VP bestens bestückt mit selbstgebackenem Kuchen und frischen Laugenstangen, sodass alle ein letztes Mal Kraft tanken konnten. Mit vereinten Kräften wechselten wir auch erfolgreich Läufer-Socken und packten kurzerhand die Massage-Gun aus, um fest gewordene Muskeln zu lockern.

Zieleinlauf an der Luisenburg
Kurz nach 16 Uhr kamen die schnellsten drei LäuferInnen mit einer Zeit von ca. 9 Stunden und 12 Minuten im Ziel an. Alle Unterstützenden nahmen sie jubelnd in Empfang und hingen ihnen eine selbstgemachte Holzmedaille um den Hals. Allmählich schafften es alle Weiteren ebenfalls ins Ziel. Die letzte Gruppe erreichte uns nach 11 Stunden und 33 Minuten.
Wir freuten uns als OrganisatorInnen riesig, dass wir allen so eine schöne Zeit auf den Trails bereiten konnten und teilten über den Tag viele positive Momente. Danke für jedes Feedback, jede Spende und jedes schöne Gespräch zwischendurch.

Wie geht’s weiter?
Die Frage kam oft – und ja, wir denken schon über die nächste Edition nach. Unsere Kreativität kennt kaum Grenzen, und die Trails im Fichtelgebirge bieten unendliches Potenzial.
Der diesjährige Lauf war bewusst minimalistisch gehalten – einfach, unabhängig und familiär. Genau das macht den Charme unseres Formats aus, und das wollen wir bewahren. Ziemlich sicher wird es im kommenden Jahr wieder einen Lauf geben. Wie genau, das klären wir in Ruhe.
Wir freuen uns auf alles, was kommt – bis bald auf den Trails!











































